Montag, 15. Oktober 2018

Union Lüdinghausen - FC Nordkirchen 09.09.18

FC Nordkirchen holt den Derbysieg in Lüdinghausen spät

Erst nach über 80 Mainuten kommt so richtig Fahrt ins Derby. Florian Fricke vom Punkt und Daniel Krüger per Kopf sorgen für Nordkirchens hart erkämpften Auswärtssieg bei Union Lüdinghausen.

 

Daniel Krüger (Nummer 9) schießt das 2:0 und wird von (v.l.) Lorenz Jücker, Dominick Lünemann und dem verletzten Joachim Mrowiec unter sich begraben. © Sebastian Reith

Eigentlich hatte Issam Jaber verboten, zu feiern. „Ich war eigentlich dagegen, dass wir uns als Derbysieger feiern. Das brauchen wir nicht“, sagte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen. Seine Spieler machten es trotzdem. Nordkirchen war in Feierlaune. Keeper Philipp Sandhowe bekam sogar die Reste der Eisbox in den Nacken gekippt.

Bezirksliga 8    Lüdinghausen - Nordkirchen     0:2 (0:0)

Union Lüdinghausen: Piepenburg - Roters (87. Roters), Vester (40. Martel), Koczubik, Kahlkopf, J. Krüger, Hüser, Homann, Sander, Weimer, Camara (73. Salkovic)


FC Nordkirchen: Sandhowe - Venneker, Tönning (47. Jücker), Fricke, Tüns (73. Närdemann), Bröer, Fritsche, Lünemann, Schwick, Trawinski (39. Drees), D. Krüger
Tore: 0:1 Fricke (83./Foulelfmeter), 0:2 D. Krüger (87.)

In der Schlussphase herrschte kollektive Erleichterung. Florian Fricke verwandelte nach einem Foul von Mike Piepenburg an Dennis Närdemann sicher. Närdemann hätte ohne Foul wohl zur Führung getroffen. „Ich musste rauskommen“, sagte Piepenburg später und bezeichnete den Elfmeterpfiff auch als korrekt.

Abseitstor hätte 3:0 werden können

Und als dann Daniel Krüger vier Minuten später nach Robin Schwicks Spaziergang über die linke Seite einköpfte, war die Messe endgültig gelesen. Lünemann traf noch einmal den Pfosten, Krüger köpfte völlig frei vorbei und regte sich anschließend noch riesig darüber auf, dass der Unparteiische, der mit Entscheidungen nicht immer richtig lag, sein 3:0 wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gab. „Ich stehe doch hinter dem Ball!“, rief Krüger verzweifelt. „Ich frage mich, was er da gesehen hat. Das war ein klares, ein reguläres Tor“, sagte Jaber im Interview später.

Der aus Nordkirchener Sicht furiose Schlussspurt tröstete über lange Phasen hinweg, in denen Nordkirchen diesmal spielerisch nicht überzeugte und Union umgekehrt richtig frech mitspielte. Von allen fünf bisherigen Gegnern machte es Union dem Ex-Tabellenführer – Bövinghausen zog wegen des besseren Torverhältnisses vorbei – am schwersten. Der tiefe Rasenplatz neben dem Westfalenring, wo Union 110-jähriges Bestehen feierte, gepaart mit einer aggressiven und lauffreudigen Spielweise stellte die Nordkirchener vor über 350 Zuschauern vor Probleme.

Ungewohnt nervöse Nordkirchener

In der Anfangsviertelstunde wirkte Nordkirchen ungewohnt nervös. Hier rutschte Rechtsaußen Dominick Lünemann aus, dort leistete sich Kapitän Marvin Fritsche einen Ballverlust im defensiven Mittelfeld, den man so nicht von ihm kennt. Kurz: Nordkirchen brauchte eine Eingewöhnungsphase.

Dann aber kamen auch die Chancen. Patrick Trawinski, der mit Oberschenkelproblemen noch in Hälfte eins rausmusste, setzte die erste gute Chance drüber (23.). Piepenburg hielt mit einem Kampfschrei dann gegen Lünemann (28.), Trawinski trat über den Ball (28.). Krüger (35.) und Lünemann (37.) schossen vorbei.

In Halbzeit zwei spielte der Underdog dann gut mit, kam zu Halbchancen. Die ermöglichte eine Nordkirchener Hintermannschaft, die durch Marcel Tönnings Ausfall merklich unsortiert war, und ein Mittelfeld, das den Zugriff auf das Spiel verloren hatte. „Man muss fairerweise sagen, dass Lüdinghausen es gut gemacht hat. Die haben unsere Räume und die Außen zugestellt“, sagte Jaber.

Quelle: Ruhr-Nachrichten