10.03.19 FC Nordkirchen - Union Lüdinghausen 2:1 (2:0)

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 14. April 2019 10:18
Geschrieben von Sebastian Reith, Ruhr-Nachrichten

FC Nordkirchens Keeper Philipp Sandhowe trifft gegen Lüdinghausen aus 90 Metern

In der Bundesliga hätte FC Nordkirchens Torwart Philipp Sandhowe am Sonntag einen neuen Rekord fürs weiteste Tor aufgestellt: Er verwandelte im Derby gegen Lüdinghausen einen Abstoß.

Nach Sandhowes unglaublichem 90-Meter-Treffer feierten ihn seine Mitspieler. © Sebastian Reith

 

Bezirksliga 8
FC Nordkirchen – Union Lüdinghausen 2:1 (2:0)

FC Nordkirchen: Sandhowe - Venneker, Fricke, Kutscher, Bröer, D. Eroglu (46. Fritsche), Schwick, Tüns (81. Manfredi), Mrowiec, Trawinski (78. Wilde), Lünemann

Union Lüdinghausen: Fabry - Roters, Placzek, Schürmann, Homann, Hellkuhl (32. N. Hüser), Neumann, Husken, Camara (89. Schmidt), Krüger, Grewe

Tore: 1:0 Roters (7., Eigentor), 2:0 Sandhowe (9.), 2:1 Grewe (88.)

Den Bundesligarekord von Paderborns Verteidiger Moritz Stoppelkamp, der 2014 aus 82 Metern Entfernung das Tor traf und dem später eine Allee gewidmet wurde, hätte Sandhowe damit deutlich übertroffen. Über 90 Meter betrug die Entfernung bei seinem erfolgreichen Schuss. Sandhowe nahm Anlauf und wollte den Ball weit in die gegnerische Hälfte bringen.

 

Der starke Rückenwind im Nordkirchener Stadion trug den Ball jedoch noch viel weiter – und dann tickte er ganz ungünstig vor Lüdinghausens Torwart Mirco Fabry auf, sprang über diesen und landete in den Maschen. Sandhowe lief jubelnd zur Seitenaus-Linie. Nach Spielschluss war er noch völlig perplex. „Ich weiß gar nicht mehr, ob es ein Freistoß, ein Rückpass oder ein Abstoß war. Ich habe den Ball einfach nach vorne geschossen. Der Ball ist dann auf dem nassen Kunstrasen aufgetickt und über den Torwart hinweg ins Tor“, sagte Sandhowe grinsend nach dem Spiel.

„Ein absolut kurioses Tor, so eine Art Tor des Monats für die Sportschau. Ich hoffe, irgendjemand hat es zufällig gefilmt“, sagte FCN-Kapitän Florian Fricke. Der Schiedsrichter trug als Torschütze im Spielbericht fälschlicherweise auch noch Fabry ein, Unions Keeper, der nach dem Gegentor zum 0:2 nach bereits neun Minuten schon gebeutelt genug gewesen war.

Zwei Minuten zuvor musste er schon einmal hinter sich greifen, nachdem Abwehrspieler Lucas Roters den Ball unglücklich ins eigene Tor gelenkt hatte. Bei einem abseitsverdächtigen Diagonalball auf Joachim Mrowiec spitzelte Nordkirchens Stürmer das Leder an Fabry vorbei. Sturmpartner Trawinski kam nicht mehr an den Ball, musste aber auch nicht mehr eingreifen. Denn Roters, der Mrowiec bewachen sollte, hatte dem Ball noch die entscheidende Richtung mitgegeben.

Danach aber spielte vorwiegend eine Mannschaft: Union Lüdinghausen. Der abstiegsbedrohte Klub machte das Spiel gegen den Tabellenzweiten. „Die haben, wie wir erwartet haben, gekämpft und nicht aufgegeben“, sagte Fricke. Und Nordkirchen? Der Wind, der bei Sandhowes Rekordtor so unterstützend gewirkt hatte, beförderte viele lange Bälle ins Aus.

„Ball laufen lassen und Fußball spielen“, forderte Nordkirchens Trainer Issam Jaber deshalb vehement. Im Mittelfeld fehlte Nordkirchen aber der Zugriff. Das erkannte auch Jaber und brachte Marvin Fritsche nach Auslandsaufenthalt zur Pause für den angeschlagenen Daniel Eroglu.

Mit Fritsche im Zentrum gewann Nordkirchen die Kontrolle zurück. Nur einmal musste Sandhowe eingreifen, als Niklas Hüser den Schlussmann prüfte. Spannend blieb es aber, weil Nordkirchen die Konter zu ungenau zu Ende fuhr. Ob der engagierte Dominick Lünemann über rechts oder Mrowiec in der Mitte, der an Fabry scheiterte, oder Lennart Kutscher, dessen Kopfball nur die Latte streifte – das dritte Tor des Spiels fiel schließlich für Lüdinghausen durch Marius Grewe zum Anschluss.

Sprechen wird man aber nur über Sandhowe – und die Rudelbildung, die bei diesem Derby ja fast schon zur unschönen Tradition geworden ist. Diesmal ging Lünemann zu Boden. Grund soll ein Tritt dorthin gewesen sein, wo es richtig wehtut.

Quelle: Ruhr-Nachrichten