Montag, 24. Juni 2019

17.03.19 VfR Sölde - FC Nordkirchen 0:3 (0:1)

Bezirksliga 8
VfR Sölde – FC Nordkirchen 0:3 (0:1)

FC Nordkirchen: Sandhowe - Fricke, Tüns, Kutscher, D. Eroglu (46. Fritsche), Bröer, Lünemann, Manfredi, Trawinski (58. Venneker), Krüger (43. Schwick), Mrowiec

Tore: 0:1 Mrowiec (45.+2), 0:2 Schwick (85.), 0:3 Mrowiec (90.)

Rote Karte: Tilkidag (45.+2, Tätlichkeit/Sölde)

Hauptsache gewonnen – das war die Essenz der insgesamt schwachen Nordkirchener Vorstellung am Sonntagnachmittag in Sölde. Und das, obwohl der 3:0-Auswärtssieg recht deutlich klingt.

Der Ball im Tor – und Joachim Mrowiec (l.) jubelt. Robin Schwick (r.) ist der erste Gratulant beim 1:0-Führungstor. © Sebastian Reith

Nachdem in der vergangenen Woche nach dem 2:1-Sieg über Lüdinghausen alles über Keeper Philipp Sandhowe sprach, dürfte auch diesmal eine einzelne Aktion die Erinnerungen an den Fußballnachmittag wach halten. Passiert ist sie in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Nordkirchen war gerade in Front gegangen, da holte Söldes Salman Tilkidag den Ball aus dem Netz und warf ihn in Richtung des provozierenden FCN-Stürmer Patrick Trawinski – so wie es Vedad Ibisevic am Samstagabend im Bundesligaspiel zwischen Berlin und Borussia Dortmund getan hat.

Die Konsequenz war die gleiche: Auch in Sölde zeigte der Unparteiische die Rote Karte. „Das war dumm und entscheidet so ein Spiel natürlich mit“, sagte VfR-Coach Sebastian Grundmann nach Spielschluss, „es ist für uns schade und für ihn schade, aber er hat es – in Anführungszeichen – auch nicht besser verdient.“

Nix gemacht? Doch Salman Tilkidag sah Rot, weil er Trawinski abgeworfen hat. © Sebastian Reith

 

Aus Nordkirchener Sicht passte vor der Generalprobe für das Topspiel gegen Bövinghausen kommenden Sonntag (15 Uhr, Am Schloßpark, Nordkirchen) nicht viel im eigenen Spiel. Das erhoffte frühe Tor blieb aus, weil Sölde mit einer Fünferkette hinten zu machte und früh attackierte. Söldes Taktik ging auf und Nordkirchen – ohne Nils Venneker in der Abwehr und Robin Schwick über links – fand nicht ins Spiel.

 

Vor allem offensiv war fast gar nichts zu sehen von den Gästen, die sich viele Abspielfehler erlaubten. „In der ersten Halbzeit war es ein sehr ausgeglichenes Spiel“, sagte Grundmann. Sölde hatte sogar mehr Ballbesitz.

Mit zunehmender Spieldauer kam dann auch von den Zuschauern immer mehr Unruhe rein. Sölde präsentierte sich hier nicht immer als freundlicher Gastgeber. Doch Nordkirchen ließ sich von der Hektik anstecken.

Wenn es dann doch einmal schnell ging bei Nordkirchen wie beim Antritt von Dominick Lünemann (25.), dann kam die Flanke nicht an. Zu allem Überfluss musste Stürmer Daniel Krüger dann noch runter. Fünf Minuten vor der Pause war er auf den Kunstrasen geknallt – Verdacht auf Gehirnerschütterung.

 

 Interview mit Florian Fricke

Mann des Tages auf Nordkirchener Seite war schließlich Joachim Mrowiec. Er war es, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen Freistoß über die Linie drückte. In Hälfte zwei legte er Robin Schwicks Treffer auf. Den dritten Treffer erzielte er nach Zusammenspiel mit Venneker wieder selbst.

 

Doch auch Mrowiec wusste, dass sich der FCN nicht mit Ruhm bekleckert hatte. „Irgendwie ist spielerisch momentan der Wurm drin. Jeder hängt sich rein. Aber wir quälen uns im Spiel. Wir sind in der zweiten Halbzeit ein Mann mehr und mit unseren Ambitionen müssen wir es besser runterspielen. 3:0 hört sich souverän an, aber das war es nicht“, sagte Mrowiec.

 

Nordkirchens Trainer Issam Jaber musste viel zu viel korrigieren. „Das ist viel zu überhastet, was wir spielen“, sagte er an der Seitenlinie. Und als Obeda Sharbek zehn Minuten vor dem Abpfiff fast das 1:1 geköpft hätte, hielt es Jaber kaum noch: „Nur Taubstumme auf dem Platz!“ Nicht nur die Sinne muss Nordkirchen in einer Woche gegen Bövinghausen schärfen.

Quelle: Ruhr-Nachrichten