Dienstag, 12. November 2019

Schloss- und Dorflauf

Die Läuferinnen und Läufer des FC Nordkirchen starten und enden mit ihrer Runde im Schlosspark. © Sebastian Reith

So bereiten sich die Laufanfänger
auf den Schloss- und Dorflauf vor

Fünf Kilometer - das ist das Laufziel für die Anfänger des FC Nordkirchen.
Der Dorflauf am Dienstag ist für sie der Abschluss des Vorbereitungskurses und so etwas wie die Feuertaufe.

von Sebastian Reith, Nordkirchen

Der Schotter knirscht unter dem Gummi der Laufschuhe auf dem Waldweg im Naturschutzgebiet Tiergarten zwischen Nordkirchen und Südkirchen bei jedem Schritt. Die Gruppe von Simone Schlieker hält ihren Rhythmus. Schlieker führt eine der Gruppen beim Lauftraining für den Schloss- und Dorflauf an. Fünf Kilometer am Stück in zwei Monaten laufen zu können - das ist das Ziel der Aktion „Fit für den Schloss- und Dorflauf“, die der FC Nordkirchen seit vielen Jahren anbietet. Wöchentlich trainieren die etwa 30 Sportler dafür zweimal - insgesamt kommen sie auf 16 Einheiten. Ihr persönliches Finale soll der Zieldurchlauf über 5 Kilometer beim Dorflauf sein.

Zwei Wochen vor dem Event, das wieder am Dienstag, 30. April, in Nordkirchen stattfindet, ist die Stimmung in der Truppe gut. Es gibt Witze über die frühe Aufstehzeit für die Einheit am Sonntagvormittag und ein paar selbstironische Kommentare über die eigene Form. Dabei ist der Optimismus für eigentlich Dienstag da. Die Gehpausen sind weniger geworden, die Laufzeiten nehmen immer mehr zu. „Für uns Nicht-Sportler ist das Erreichen des Ziels Anreiz genug. Wir brauchen keine Top-Zeiten“, sagt einer der Läufer aus der Gruppe, in der wir mitlaufen.

Simone Schlieker, selbst Athletin im Verein, die nach dem lockeren Dauerlauf noch ihr persönliches, leistungsbezogenes Training dranhängt, gibt das Tempo vor. Vor fünf Jahren kam sie selbst über dieses Vorbereitungsprogramm zum FCN. Heute läuft sie drei bis vier Mal pro Woche mindestens zehn Kilometer und im Wettkampf Strecken bis zur Marathondistanz. „Die Betreuung der Läufer macht Spaß und lässt mich nicht vergessen, wie ich selbst früher mal angefangen habe, wenn die ersten Läufer nach fünf Minuten eine Gehpause brauchen“, sagt Schlieker. Der FC Nordkirchen folgt dabei einem ausgearbeiteten Trainingsplan.

Großer Fortschritt in nur sechs Wochen

In nur sechs Wochen haben die Läufer Fortschritte bemerkt, auch im Alltag. „Man wird insgesamt fitter. Der Gesamtzustand des Körpers ist einfach besser. Ich habe das Gefühl, dass ich kräftiger stehe und stabiler bin“, sagt einer der Läufer und spricht von Erfolgserlebnissen nach jedem Training: „Es ist anstrengend, aber hinterher sagt man schon: Das ist super! Man ist erschöpft, aber ist nicht drüber.“ Der Abstand zwischen den Einheiten am Mittwoch und Sonntag sei groß genug, um sich auszuruhen.

Der FC Nordkirchen hat die große Zahl der Läuferinnen und Läufer von Beginn an in drei Gruppen mit unterschiedlichem Leistungsniveau eingeteilt. Nach zwei Einführungsrunden auf der Tartanbahn des Stadions geht es in den drei Gruppen getrennt in den Schlosspark.

Auch Johannes Pohlmann kam über den Kurs zum FC Nordkirchen

In der Gruppe der Anfänger oder Wiedereinsteiger laufen an diesem Mittwoch drei Betreuer mit. Schnell ist die Anfängergruppe aber zersplittert. Bereits als die Gruppe das Schlossgestüt nach etwa fünf Minuten passiert, ist die Gruppe auseinandergezogen. Neben Simone Schlieker, die mit einer sechsköpfigen Gruppe schon fast 40 Minuten durchläuft, gibt es Teilnehmer, die es noch etwas langsamer angehen lassen. „Wir haben immer ein paar Leute, die eigentlich in einer höheren Gruppe laufen könnten, aber weiter gerne bei uns weiter mitlaufen wollen“, sagt Vorstandsmitglied Johannes Pohlmann. Die Nordkirchener achten darauf, keinen Läufer alleine auf der Strecke zu lassen. „Betreutes Laufen“ nennt Pohlmann das scherzhaft.

Zwei Drittel der Anfängergruppe sind zum ersten Mal beim Kurs dabei. Die anderen Läufer sind bekannte Gesichter, haben also schon einmal am Schlosslauf oder an einem Training teilgenommen und sind Wiedereinsteiger. Auch Johannes Pohlmann hat so angefangen. „Ich selber bin genau über diese Gruppe vor 15 Jahren zum FC Nordkirchen gekommen“, erinnert sich Pohlmann. Er brauchte sogar drei Anläufe, um am Ende hängen zu bleiben. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Veranstalter-Teams. Wenn am Dienstag der Schloss- und Dorflauf, die größte eintägige Sportveranstaltung der Schlossgemeinde, über die Bühne geht, sitzt Pohlmann im Wettkampfbüro und wertet Zeiten aus.

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